Himmelsmechanik - Foto: Ingo von Sueven
Himmelsmechanik - Foto: Ingo von Sueven
Himmelsmechanik - Foto: Ingo von Sueven

„Regenbögen zerrissen

im Mausoleum aufgebahrt

Bluttropfen glitzern

auf ihren Hälsen“

In Kooperation mit phase7 performing.arts eröffnete die Deutsche Oper Berlin ihre Spielzeit 2013/14 mit HIMMELSMECHANIK – EINE ENTORTUNG, einer begehbaren Operninstallation, die sich über die beiden großzügigen Foyers des Hauses erstreckte.

Inspiriert von Forschungsergebnissen des CERN schickt das Libretto der Berliner Schriftstellerin Christiane Neudecker Zuschauer und Sänger auf die Suche nach der Entschlüsselung einer kryptischen Weltmechanik. Die mediale Verkündung einer „Verschwenkung des Himmels“ durch einen Nachrichtensprecher veranlasst darin vier Individuen, die Begradigung selbst in Angriff zu nehmen: „Würfelt Gott nicht, würfeln wir“. Aber lässt sich der in Schieflage geratene Himmel wirklich von Menschenhand korrigieren? In der Neukomposition von Christian Steinhäuser führt phase7 das Kagelsche Motiv der maroden Himmelsmechanik in die Realität des neuen Jahrtausends.

Die Inszenierung von Medienkünstler und Regisseur Sven Sören Beyer ver- und entortete reale und virtuelle Klänge mittels des 3d-audio-Verfahrens der Wellenfeldsynthese (WFS) im changierenden Lichtraum einer begehbaren Medienskulptur. Innerhalb einer Architektur aus 75 Lautsprechern bewegte sich das Publikum im unteren Foyer der Deutschen Oper durch ein Netz aus Schallwellenfronten. Es entstand ein Brückenschlag von den 60er Jahren ins mediale Jetzt, von der Realität zur Virtualität, von der Dekodierung zur räumlichen Entortung, von musikalischer Analogie zur 3d-audio-Klangwelt.

„Der Komponist Christian Steinhäuser und die Autorin Christiane Neudecker eröffnen zusammen mit den Medienartisten der Gruppe phase7 den Horizont für Visionen von einem Musiktheater, die alles überschreiten, was wir uns bisher vorstellen konnten.“

taz

„Diese zweiteilige begehbare Oper war ein klangliches und optisches Rundum-Ereignis, das nur ein paar Treppenstufen brauchte, um vom Makro- in den Mikrokosmos vorzudringen“

Neues Deutschland

„Mit enormem Aufwand erstrahlt das Foyer der Deutschen Oper als multimediale Aufführungsstätte mit stark gebündeltem, kinetischem Licht.“

nmz

Uraufführung
Deutsche Oper Berlin – 22.8.2013

Musikalische Leitung Kevin McCutcheon
Inszenierung, Künstlerische Leitung Sven Sören Beyer
Musik Christian Steinhäuser
Libretto Christiane Neudecker
Bühne phase7 performing.arts
Kostüm Pedro Richter
Dramaturgie Anne Oppermann
Dorothea Hartmann
Sopran Anna Schoeck
Mezzosopran Dana Beth Miller
Tenor Clemens Bieber
Bariton Stephen Bronk
Der Maler Peter Gragert
Nachrichtensprecher Henning Kober
Orchester Musiker des Orchesters der Deutschen Oper Berlin
Licht Björn Hermann
Softwarekunst Frieder Weiss
Videokunst Hajo Rehm
Bildkunst Maurizio Gambarini
Projektmanagement phase7 Jana Posth
phase7 Kommunikation Liza Wiegand
Christiane Neudecker - Fotografin: Anne Oppermann
Himmelsmechanik
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